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Medicox - Indikationen

Was ist eine Sauerstoffmangelversorgung?


Unruhe, Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Mattigkeit erscheinen oft als harmlos, können aber ein Symptom für eine Mangelversorgung mit Sauerstoff (Hypoxämie) im Organismus sein. Körperliche Erschöpfung bei geringen Anstrengungen, das Gefühl, nicht richtig Luft zu bekommen, Atemnot oder Kurzatmigkeit sind stets ein Zeichen dafür, den Arzt aufzusuchen!

Eine Hypoxämie kann verschiedene Ursachen haben. Durchblutungsstörungen, Lungenerkrankungen, Lungenentzündungen, chronische Bronchitis, Asthma und Lungenemphysem können die Lungenbelüftung und den Sauerstofftransport zu den Körperzellen ungünstig beeinträchtigen. Auch bei einer Blutarmut (Anämie) wird zu wenig Sauerstoff transportiert. Ist im arteriellem Blut zu wenig Sauerstoff an die roten Blutkörperchen gebunden, können die Organe und Zellen des Körpers nicht ausreichend versorgt werden und ihre Funktionen erfüllen. Konkret bedeutet dies, dass z.B. Nierenzellen die Ausscheidung von Giftstoffen nicht mehr angemessen durchführen können oder aber dass Nervenzellen des Gehirns, die das Denken und Wahrnehmen beeinflussen, nicht voll leistungsfähig sind. 

Herz- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie z.B. Lungenhochdruck bzw. cor pulmonale, Lähmungen der Atemmuskulatur und anatomische Verformungen der Rippen oder Wirbelsäule können ebenfalls eine Hypoxämie zur Folge haben.

 

Wann wird die hyperbare Sauerstoffüberdrucktherapie eingesetzt?

 

Die Therapie mit hyperbaren Sauerstoff ist nicht mit einer Sauerstofftherapie in der alternativen Medizin zu verwechseln (z.B. Inhalationen mit einem Sauerstoffinhalator). Unsere Behandlungsmethode basiert auf konkreten physikalischen (Überdruck) und physiologischen (Abläufe im Körper) Gesetzmäßigkeiten und bedarf eines hohen technischen Aufwandes und fachspezifischer Kenntnis des Praxisteams. Sie wird bei entsprechender Indikationsstellung und sorgfältiger Durchführung sinnvoll untestützend und ergänzend zum Behandlungskonzept des zuweisenden Arztes (z.B. Hausarztes oder HNO-Arztes) eingesetzt.

Bitte beachten Sie, dass eine Optimierung des therapeutischen Erfolgs davon abhängt, wie schnell mit der Therapie begonnen wird. Insbesondere bei akuten Krankheitsbildern wie Hörsturz, Knall- und Lärmtrauma sowie Tinnitus muss eine Behandlung schnellst möglich erfolgen. Bei chronischen Krankheitsverläufen wie Problemwunden ist die Dauer zwischen Erkrankungsbeginn und der HBO-Therapie weniger entscheidend.

Im Folgenden werden Krankheitsbilder aufgelistet, bei denen  die Sauerstofftherapie in der Druckkammer den Heilungsprozess fördern kann. Dabei unterscheiden wir zwischen wesentlichen und unterstützenden Behandlungsmaßnahmen.

 

Welche Erkrankungen können bei uns ambulant behandelt werden?


 Die Sauerstoffüberdrucktherapie kann bei folgenden Erkrankungen den Heilungsprozess fördern: akuter Hörsturz

  • Ohrgeräusche (Tinnitus), in ausgewählten Fällen
  • akute Knall- und Lärmverletzungen des Innenohres
  • ausgewählte Problemwunden, besonders als Folge von Durchblutungsstörungen und Diabetes mellitus
  • chronische Knochenhaut-, Knochenentzündung (Osteitis, Osteomyelitis)
  • gestörte Knochenbruchheilung
  • Quetschungsverletzungen, Kompartmentsyndrom und andere akute traumatisch bedingte Minderdurchblutungen
  • Folgeschäden durch Bestrahlungsbehandlung an Knochen, Haut und Organen
  • gestörte Transplantat- oder Implantateinheilung
  • Verbrennungen
  • Migräne
  • idiopathische Fazialisparese
  • Kohlenmonoxid- und Rauchgasvergiftung
  • Gasbrand, zumeist stationäre Behandlung erforderlich
  • Luft/- Gasembolie, zumeist stationäre Behandlung erforderlich
  • Tauchunfall (Dekompressionserkrankung), zumeist stationäre Behandlung erforderlich
  • Sportverletzungen
 

Gemäß der internationalen Fachgemeinschaft für Überdruck- und Tauchmedizin (UHMS) und der European Consensus Conference for Hyperbaric Medicine (ECHM) sind nach dem wissenschaftlichen Erkenntnisstand solche Indikationen für die HBO-Therapie zu nennen, bei denen diese Therapie die wesentliche therapeutische (und oft lebensrettende) Maßnahme darstellt: 

  • akute Luft-/Gasembolie, auch iatrogen
  • Weichteilnekrose
  • akute Kohlenmonoxid- u. RauchgasvergiftungGasbrand (clostridale Myonekrosen)
  • Dekompressionskrankheit nach Tauch- und Druckluftunfällen

 

Indikationen, bei denen die hyperbare Sauerstofftherapie als unterstützende Maßnahme anerkannt ist:
  • plötzlicher Hörverlust mit oder ohne Tinnitus
  • Knall- oder Lärmtrauma mit oder ohne Tinnitus
  • Chronische oder subakute arterielle periphere Durchblutungsstörungen
  • Problemwunden (z. B diabetisches Gangrän)
  • Crushinjury (Kompartmentsyndrom)
  • Gefährdete Transplantate (osteomyokutane Transplantate, Hautlappenplastiken, free flaps)
  • Therapiefraktäre Osteomyelitis
  • Knochen- und Weichteilnekrosen als Bestrahlungsfolgen
  • Adjuvant vor Strahlentherapie
  • Hochgradige Anämie
  • Rückenmarksverletzung
  • Bestimmte Gefäßerkrankungen der Augen
  • Multiple Sklerose